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,,Es muss nicht immer Marathon sein" - Sonnabend, 13.03.2010
Die Speedskating-Serie GBC wird es in Zukunft nicht mehr geben. Organisator Karsten Schölermann aus Hamburg hat dies in einer kurzen Mitteilung bestätigt. Er werde nur noch wenige Rennen im Raum Hamburg organisieren. Damit sind die Speedskater ihre nationale Langstrecken-Serie los.
Mit Dirk Kujat, einem der beiden Organisatoren des Vero/Orthomol-Sport-Teams, in dem viele Sportler aus Groß-Gerau engagiert sind, hat sich darüber unser Mitarbeiter Reinhard Borst unterhalten. Kujat ist Zahnarzt, stammt aus Berlin und trainiert bei Blau-Gelb Groß-Gerau mit.
ECHO: Herr Kujat, wann haben Sie vom Ende der GBC gehört? So ganz überraschend kam das ja nicht.
Dirk Kujat: Wir haben letzte Woche davon erfahren. Leider hat es das Team um Karsten Schölermann nicht geschafft, genug Sponsoren zu finden. Er hat in den letzten Jahren viel für unseren Sport getan. Dafür unser Dank. Wir alle wissen, wie schwierig es geworden ist, Unterstützung geschweige denn Sponsoring zu erhalten. Wenn wir die letzten Jahre Revue passieren lassen, haben sich viele große Firmen aus dem Sport zurückgezogen. Und externe Partner zu finden, wurde auch immer schwieriger. Daher war zu erwarten, dass es Veränderungen gibt. Dass die Serie aber gar nicht mehr stattfindet, hatten wir nicht erwartet.
ECHO: Sie haben schon länger den Groß-Gerauer Benjamin Tippmann unter Vertrag und trainieren selbst in der Kreisstadt. Gibt es noch andere Mitglieder von Blau-Gelb, die im Orthomol-Sport-Team fahren?
Kujat: Die Vero geht ins siebte Jahr. Neben dem Vereinsteam des SCC Berlin betreiben wir seit Jahren auch ein Aktiventeam, das Orthomol-Sport-Team, und unterstützen Einzelfahrer. Aus Groß-Gerau sind dabei: Simon Strobel, Benjamin Tippmann, Gregor Hofmann und Etienne Ramali. Daneben unterstützen wir seit 2009 auch den Junioren Philipp Forstner und bei den Damen Laethisia Schimek.
ECHO: Da habt ihr ja den halben Verein unter Vertrag. Nimmt das Team jetzt an anderen Serien teil wie dem deutschen GIC, dem Ableger einer Schweizer Serie? Sind die Regio-Cups, die es vor allem in Süddeutschland gibt, eine Alternative?
Kujat: Es bedarf in jedem Jahr eines Rieseneinsatzes, um die Teamfähigkeit herzustellen. Immerhin laufen bei uns 14 Sportler aus vielen verschiedenen Vereinen. Durch den kurzfristigen Wegfall der German Blade Challenge sind wir derzeit bei der Umplanung. Das Budget zur Unterstützung ist sehr eng, so dass eine Teilnahme am World Cup oder dem Schweizer SIC nicht in Frage kommt. Derzeit haben wir als Alternative den GIC ins Auge gefasst. Die Teilnahme an Rennen des Baden-Württembergischen BWIC hatten wir schon vorher geplant, eventuell ist jetzt der BIC in Bayern oder auch der mitteldeutsche MSC eine Alternative.
ECHO: Springen nun die internationalen Fahrer ab, die vor allem mit den Kolumbianern in Deutschland stark vertreten waren?
Kujat: Wir hatten außer Lasse Simoni keine internationalen Fahrer im Team. Was die Fahrer aus Kolumbien und Frankreich machen, wird man sehen. Hier ist sicher die Frage, welche Rennen noch eine Attraktivität für deren Sponsoren oder fürs Team haben.
ECHO: Die Sponsoren sprechen da also auch mit. Ist das vielleicht der Anfang vom Ende für Teams überhaupt?
Kujat: Unsere Konzept war nicht auf eine einzelne Rennserie ausgelegt. Es ist schade, dass es keine Fusion von GIC und GBC gab. Aber die Gegensätze waren wohl zu groß. Wir hoffen, dass unsere Partner uns auch in Zukunft unterstützen. Ein Schrumpfen der Teams hatte sich ja schon in den letzten Jahren angedeutet. Bei einigen Fahrern war das noch nicht ganz angekommen. Der Trend wieder mehr zur Bahn hin und zu weniger Teilnehmern bei den Straßenrennen ist schon seit einer Weile zu beobachten.
ECHO: Wie geht es mit dem Speedskating über lange Strecken auf der Straße weiter? Es gibt ja schon jetzt kaum noch Marathon-Rennen über die klassischen 42 Kilometer.
Kujat: Es wird sicher weiter Straßenrennen geben. Eventuell mit mehr Konzentration auf lokale Rennen und sicher wieder auch auf die Bahn. Damit sollte eine Stärkung der Vereinsstrukturen möglich sein. Hierbei wird es vielleicht auch immer wieder neue Rennen mit neuen Streckenlängen geben. Es muss nicht immer Marathon sein.
ECHO: Dann sieht es ja fast so aus, als wäre der Wegfall der GBC-Serie eher eine Bereinigung zu Gunsten der deutschen Konkurrenz GIC und des Schweizer SIC.
Kujat: Wie von den Verantwortlichen des Speedskating-Verbandes DRIV erklärt wurde: In jedem Ende liegt auch die Chance auf einen Neubeginn. Also schauen wir mal, was die Saison bringt. Simon Strobel hat es schon gesagt: Es wird jetzt auch mal die Chance geben, ein neues Rennen zu fahren und Unbekanntes zu sehen.
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